Klarer
Blick
für Räume.
Anne-Sophie Hollenwäger ist passionierte Innenarchitektin und Inhaberin von Stilobjekt. Sie gründete das Geschäft zusammen mit Horst Hollenwäger im Jahr 2010. Sie gestaltet private und öffentliche Räume im Dreiländereck und verbindet dabei Architektur, Materialien und Licht zu individuellen Wohnkonzepten.

Ein Gespür für Design und Lebensart

Bei Stilobjekt in Lörrach verschmelzen Planungskompetenz und exklusives Design. Das Unternehmen wird von Horst und Anne-Sophie Hollenwäger geführt, die beide ein sicheres Auge für Details und Proportionen haben. Sie verbindet mit der Familie Zickenheiner die Leidenschaft für gutes Design und der Anspruch, Kunden durch eine ganzheitliche Beratung zu begeistern.

Frau Hollenwäger, was sehen Sie als Erstes, wenn Sie einen Raum betreten?

Ich schaue immer zuerst auf den Gesamteindruck. Nicht auf Details, sondern darauf, ob ein Raum „mit mir spricht“. Mich interessiert weniger, ob es meinem persönlichen Geschmack entspricht – sondern ob ich die Persönlichkeit der Menschen darin spüren kann.

Was macht für Sie einen Raum besonders?

Es gibt Räume mit einer Aura, Kirchen zum Beispiel. Aber auch im Alltag kann ein Raum etwas Besonderes haben, wenn er eine Spannung besitzt – wenn man beim Heimkommen denkt: Das ist der schönste Ort der Welt.

Wie entsteht aus diesem Blick eine konkrete Gestaltung?

Ich frage immer: Was ist schon da? Gibt es Möbel, die bleiben? Einen Garten, einen Ausblick? Das ist ein Genius Loci, der Geist eines Ortes. Dann frage ich nach Farben, Materialien, dem Lebensgefühl der Menschen. Am Ende muss es zu ihnen passen.

Welche Rolle spielt Licht für Ihre Arbeit?

Eine riesige. Manche Farben brauchen Tageslicht – Gelb zum Beispiel. Ein gelbes Sofa in einem dunklen Raum funktioniert schlecht, weil Gelb Sonne braucht. Solche Entscheidungen haben sehr viel mit Sehen und Erfahrung zu tun.

Haben Menschen heute noch Mut zur Individualität?

Ich finde eher weniger. Vieles ist universal geworden: heller Eichenboden, weiße Küche, beige Einrichtung. Wenn man sich Wohnungen aus den Siebzigern anschaut – das war ein Fest für die Augen. Heute ist vieles etwas trister geworden.

„Viele Räume haben eine Aura, Kirchen zum Beispiel. Aber auch im Alltag kann ein Raum
etwas Besonderes haben, wenn er eine Spannung besitzt – wenn man beim
Heimkommen denkt: Das ist der schönste Ort der Welt.“
Hat Social Media den Blick auf Wohnen verändert?

Ja. Pinterest und Instagram sorgen dafür, dass Menschen viel konkretere Vorstellungen haben. Das kann helfen – aber es ist schwieriger geworden, sie zu führen. Oft entscheiden sie selbst und das führt nicht zwingend zu besseren Ergebnissen.

Ist Innenarchitektur mehr als „Schönmachen“?

Absolut. Es geht um ein Zusammenspiel. Ein Raum braucht eine Art Spange – Sofa, Teppich, Vorhänge müssen korrespondieren. Viele Menschen spüren nur: „Irgendwas stimmt nicht“, aber sie wissen nicht, warum.

Was erwarten Sie generell von Qualität im Gestalten?

Dass Dinge nicht beliebig sind. Dass man hinschaut. Dass Materialien miteinander sprechen: rau und glatt, warm und kalt, weich und hart. Qualität ist auch visuelle Ordnung – ohne dass es steril wird.

Was verbindet Innenarchitektur mit Optik?

Am Ende geht es um dasselbe: den geschulten Blick. Viele Menschen sehen – aber nicht bewusst. Innenarchitektur bedeutet, Räume wirklich wahrzunehmen. Optik bedeutet, das Sehen selbst ernst zu nehmen. Beides ist Präzision, Handwerk und Aufmerksamkeit.

Horst Hollenwäger ist Mitgründer des Einrichtungshauses Stilobjekt in Lörrach und geschäftsführender Inhaber. Gemeinsam mit Anne-Sophie Hollenwäger entwickelt er seit vielen Jahren Wohn- und Einrichtungskonzepte. Der Blick für Qualität und Form prägt seine Arbeit ebenso wie seine persönliche Leidenschaft für gutes Design.
Herr Hollenwäger, Sie sind kein Innenarchitekt. Was funktioniert Ihr Blick auf Räume?

Ich bin Industriekaufmann und seit über 30 Jahren in diesem Metier. Mein Blick ist sehr praxisnah: Ich sehe zuerst Möbel, Marken, Platzierungen. Ich erkenne sofort, ob jemand Wert auf Einrichtung legt – privat wie im Büro. Das sieht man schneller, als man denkt.

Woran erkennen Sie das konkret?

Man sieht es an einfachen Dingen: Wie steht der Schreibtisch? Wie ist der Bildschirm zum Fenster ausgerichtet? Sind Normen eingehalten, ist es zu eng, ist es chaotisch? Auch im Büro zeigt sich sehr schnell, wie wichtig jemandem sein Arbeitsumfeld ist.

Wie gehen Sie bei Stilfragen mit den Kunden um?

Wir sagen nie: „Das geht nicht.“ Es geht fast alles, wenn es im Gesamtkonzept stimmt. Viele Kunden verzetteln sich in Kleinigkeiten – Rahmenfarben, Details –, die im Raum später niemand wahrnimmt. Entscheidend ist die Harmonie des Ganzen.

Welche Rolle spielt Haptik neben dem Sehen?

Eine extrem große. Sehen ist der erste Eindruck, aber danach kommt sofort das Anfassen. Stoffe, Holz, Leder – Qualität erkennt man spätestens über das Anfassen. Gerade das ist für uns ein großer Vorteil gegenüber dem Onlinehandel.

„Sehen ist unser wichtigstes Werkzeug. Wir erkennen Räume, Proportionen, Fehler, Details – oft schneller als andere. Das ist bei Zickenheiner ähnlich: Eine Brille muss zum Typ passen, sie ist sichtbar, sie braucht Mut. Genau wie Einrichtung.“
Was verbindet Ihre Arbeit mit Optik und Zickenheiner?

Sehen ist unser wichtigstes Werkzeug. Wir erkennen Räume, Proportionen, Fehler, Details – oft schneller als andere. Das ist bei Zickenheiner ähnlich: Eine Brille muss zum Typ passen, sie ist sichtbar, sie braucht Mut. Genau wie Einrichtung.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Einrichtens?

Mehr Mut. Mehr Bereitschaft, Farbe zuzulassen, Entscheidungen zu treffen. Eine Brille in einer besonderen Farbe setzt man sich ins Gesicht – das sehen alle. Diesen Mut wünsche ich mir auch im Wohnen: ein rotes Sofa, ein gelber Sessel, mehr Eigenständiges.